Curriculum Vitae
Die Regisseurin und Autorin Beverly Blankenship wuchs in
Europa und Amerika auf. Nach der Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhard
Seminar trat sie ihr erstes Engagement am Salzburger Landestheater an.
Darauf folgte ein langer Aufenthalt in Australien, wo Beverly Blankenship
anfing zu schreiben und Regie zu führen. 1992 kehrte sie wieder nach
Europa zurück, wo ihre Inszenierungen nun an großen Schauspiel-
und Opernhäusern zu sehen sind.
Auf der Schauspielbühne gilt Beverly Blankenships
bevorzugtes Interesse den Werken heutiger Autoren. Für ihre Umsetzung von Howard Barkers Stück
Anna Galactica wurde ihr der Skraup-Preis des Volkstheaters Wien
für die beste Inszenierung der Saison zuerkannt. Ebenfalls von Howard Barker stammen
Hang of the Goal, das sie in Sydney auf die Bühne
brachte, und 7 x Lear, das für das Wiener Theater
in der Drachengasse erarbeitet wurde. Am Wiener Theater in der Josefstadt
entstanden Alan Ayckbourns Halbe Wahrheiten und Tom Stoppards Das einzig
Wahre. Die Drachengassen-Produktion von John Godbers
Bouncers wurde nach Moskau eingeladen. In einer ihrer
beiden Inszenierungen von Macia Darainis Maria Stuarda
stand sie selbst auf der Bühne. Mit Tankred Dorsts und Ursula
Ehlers Merlin oder
Das wüste Land setzte sie sich zweimal intensiv und erfolgreich
auseinander: 1995 am Staatstheater Saarbrücken und 1998 am Salzburger
Landestheater.
Im Rahmen ihres Engagements für zeitgenössisches
Theater war Beverly Blankenship auch als Dramaturgin (»Playworks«,
Sydney) und Script Editor (»Australian Film Council«) tätig.
Im Beirat des »Australia Council of the Arts« war sie auch
für die Förderung von neuen Stücken und Autoren mitverantwortlich.
Mit dem Ziel, neue österreichische Dramatiker zu produzieren, die
sich der Narrative verschrieben haben, gründete sie im Jahr 2000
die Theatertruppe »Dramatic Services«, deren erste Produktion
im Januar 2001 am Schauspielhaus Wien Premiere feierte: Vivace
war ein mit fünf Autoren, sechs Schauspielern und sechs Komponisten
gemeinsam entwickeltes Musiktheaterstück.
Die so genannten »Klassiker« kommen trotzdem
nicht zu kurz. Inszeniert Beverly Blankenship ein Stück mehrfach
an verschiedenen Orten, entwickelt sie dafür jedes Mal ein neues
Konzept in einem neuen Raum. Immer wieder trifft sie dabei auf William
Shakespeare: Hamlet in Sydney, Wie es euch
gefällt am Staatstheater Saarbrücken und am Salzburger
Landestheater, Maß für Maß sowie Viel
Lärm um Nichts am Wiener Volkstheater. Dort inszenierte
sie auch Racines Phädra. In Saarbrücken
entstand zudem Schillers Jungfrau von Orleans.
Bei den Festspielen in Reichenau widmete sie sich mehrfach dem Werk Arthur
Schnitzlers: Das weite Land, Zwischenspiel,
Der einsame Weg, Professor Bernhardi.
Im November 2005 hatte sie mit Lessings Minna von Barnhelm
am Theater St. Gallen Premiere, im Juli 2006 mit der Dramatisierung von
Stefan Zweigs Rausch der Verwandlung bei den
Festspielen Reichenau, sowie im Juli 2007 für die Festspiele Reichenau:
Vor Sonnenuntergang. Im Februar 2009 hat Schillers
Dom Karlos Premiere.
Seit einigen Jahren ist Beverly Blankenship auch als Opernregisseurin
tätig: Mozarts Don Giovanni interpretierte
sie viermal höchst unterschiedlich am Landestheater Linz, an den
Städtischen Bühnen Osnabrück, beim Festival Reinsberg und
zuletzt an der Oper Dortmund. Hans Werner Henzes Der
junge Lord war ihr erste zeitgenössische Oper am Landestheater
Linz, wo auch Rossinis La Cenerentola, Strauss’
Der Rosenkavalier und Prokofjews Die
Liebe zu den drei Orangen entstanden. Die Liebe zu den
drei Orangen hatte im Mai 2006 auch am Staatstheater Nürnberg
Premiere, wo bereits ihre Inszenierung von Offenbachs Hoffmanns
Erzählungen zu sehen war und im März 2007 Faust.
Ihr Weg führte sie auch an die Städtischen Bühnen Osnabrück
(Rossinis La Cenerentola) und an das Theater
Bielefeld (Verdis Un ballo in maschera). An
der Oper Dortmund erarbeitete sie einen zweiten, neuen Rosenkavalier.
Im September 2005 hatte ihr Don Carlo am Staatstheater
Saarbrücken Premiere. Beverly Blankenship inszenierte Cabaret
für das Landestheater Salzburg, und Carmen für
die Oper Dortmund und Die Lustige Witwe für die
Vereinigten Bühnen Graz. In der Saison 2008 erarbeitet sie Das
Land des Lächelns für die Volksoper in Wien, im Dezember
hat Rimsky-Korsakovs Das Märchen vom Zaren Saltan
die erste Aufführung.
Im Film führte Beverly Blankenship Regie zur ORF-Produktion
von Der Hund muss weg (Buch von Elfriede Hammerl,
Ausstrahlung im November 2000). Zudem verfasst sie eigene Drehbücher.
Schon das erste, Shame (mit Michael Brindley),
war ein großer Erfolg. Der Film, in Australien mittlerweile ein
Klassiker, wird in Schulen gezeigt und findet sich in den Lehrplänen
der Universitäten. Der Film erhielt zahlreiche Preise (darunter den
für das beste Drehbuch beim »Film Critics Circle Award«,
1988) und wurde zu zahlreichen Filmfestivals u.a. nach New York, Chicago
und Santa Barbara eingeladen. Dort wurde Shame in unterschiedlichen Kategorien
prämiert (beste Schauspielerin, populärster Film etc.) und in
der Folge in den USA von »Skouras Pictures« in allen Bundesstaaten
gezeigt. Von »Gray Production« wurde das Drehbuch gekauft
und mit Amanda Donehue in der Hauptrolle als Stadt unter Anklage
nachgefilmt. Ein zweiter Film mit der gleichen Figur folgte: Dem
Tod geweiht. Ihr zweites Drehbuch trägt den Titel Charles
Darwin and the Question of Frontal Sex (mit Harald Posch).
Seit vielen Jahren lehrt Beverly Blankenship an diversen
Universitäten und Hochschulen für Darstellende Kunst. Sie unterrichtete
Rhetorikkurse für die Katholische Universität Linz und die Theologische
Fakultät der Universität Innsbruck; Schauspielkurse für
Phillip Street Theatre Sydney, Arts Council of New South Wales, Prinzregenten
Akademie in München und die Universität Zürich, sowie Meisterklassen
für Opernsänger an der Anton Bruckner Universität Linz.
Beverly Blankenship

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