Curriculum Vitae
Die Regisseurin und Autorin Beverly Blankenship wuchs in Europa und Amerika auf. Nach der Schauspielausbildung am Wiener Max Reinhard Seminar trat sie ihr erstes Engagement am Salzburger Landestheater an. Darauf folgte ein langer Aufenthalt in Australien, wo Beverly Blankenship anfing zu schreiben und Regie zu führen. 1992 kehrte sie wieder nach Europa zurück, wo ihre Inszenierungen nun an großen Schauspiel- und Opernhäusern zu sehen sind.
Auf der Schauspielbühne gilt Beverly Blankenships
bevorzugtes Interesse den Werken heutiger Autoren. Für ihre Umsetzung
von Howard Barkers Stück Anna Galactica wurde ihr der Skraup-Preis des Volkstheaters Wien für die beste Inszenierung
der Saison zuerkannt. Ebenfalls von Howard Barker stammen Hang
of the Goal, das sie in Sydney auf die Bühne brachte, und 7 x Lear, das für das Wiener Theater in der Drachengasse
erarbeitet wurde. Am Wiener Theater in der Josefstadt entstanden Alan
Ayckbourns Halbe Wahrheiten und Tom Stoppards Das einzig Wahre. Die Drachengassen-Produktion von John
Godbers Bouncers wurde nach Moskau eingeladen. In
einer ihrer beiden Inszenierungen von Macia Darainis Maria
Stuarda stand sie selbst auf der Bühne. Mit Tankred
Dorsts und Ursula Ehlers Merlin oder Das wüste Land setzte sie sich zweimal intensiv und erfolgreich
auseinander: am Staatstheater Saarbrücken und am Salzburger Landestheater.
Sie arbeitet gerade an einer Umsetzung des wissenschaftlichen Werkes von Sarah Hrdy MUTTER NATUR mit den Mitteln des Theaters.
Im Rahmen ihres Engagements für zeitgenössisches
Theater war Beverly Blankenship auch als Dramaturgin (»Playworks«,
Sydney) und Script Editor (»Australian Film Council«) tätig.
Im Beirat des »Australia Council of the Arts« war sie auch
für die Förderung von neuen Stücken und Autoren mitverantwortlich.
Mit dem Ziel, neue österreichische Dramatiker zu produzieren, die
sich der Narrative verschrieben haben, gründete sie im Jahr 2000
die Theatertruppe »Dramatic Services«, deren erste Produktion
im Januar 2001 am Schauspielhaus Wien Premiere feierte: Vivace war ein mit fünf Autoren, sechs Schauspielern und sechs Komponisten
gemeinsam entwickeltes Musiktheaterstück. Im Januar 2011 hat ein Musiktheaterstück von Dorst, Komposition Pierre Oser, in Hanoi Premiere. Mit Jessica Gerger und fünf Autoren entwickelte und schrieb sie MY YEAR WITHOUT SEX, eine Komödie die in der Drachengasse ihre Uraufführung erlebte, nach Australien zum Adelaide Festival und dem Melbourne Comedy Festival reiste.
Die so genannten »Klassiker« kommen trotzdem
nicht zu kurz. Inszeniert Beverly Blankenship ein Stück mehrfach
an verschiedenen Orten, entwickelt sie dafür jedes Mal ein neues
Konzept in einem neuen Raum. Immer wieder trifft sie dabei auf William
Shakespeare: Hamlet in Sydney, Wie es euch
gefällt am Staatstheater Saarbrücken und am Salzburger
Landestheater, Maß für Maß sowie Viel
Lärm um Nichts am Wiener Volkstheater. Dort inszenierte
sie auch Racines Phädra. In Saarbrücken
entstand zudem Schillers Jungfrau von Orleans.
Bei den Festspielen in Reichenau widmete sie sich mehrfach dem Werk Arthur
Schnitzlers: Das weite Land, Zwischenspiel, Der einsame Weg, Professor Bernhardi.
Im November 2005 hatte sie mit Lessings Minna von Barnhelm am Theater St. Gallen Premiere, im Juli 2006 mit der Dramatisierung von Stefan Zweigs Rausch der Verwandlung bei den
Festspielen Reichenau, sowie im Juli 2007 für die Festspiele Reichenau: Vor Sonnenuntergang von Gerhard
Hauptmann. Im Februar 2009 hatte Schillers Dom Karlos Premiere am Südthüringischen Staatstheater in Meiningen. Im
Juli 2009 hatte Gorkis Kinder der Sonne in Reichenau
Premiere. Im Januar 2010 stand Nestroys Lumpazivagabundus auf dem Programm des Salzburger Landestheaters. Ab Sommer 2012 wird sie als Intendantin des Festivals Schloss Weitra klassische Komödien inszenieren. Die erste Produktion: Liebe Lust und Lüge von Aphra Behn.
Seit einigen Jahren ist Beverly Blankenship auch als Opernregisseurin
tätig: Mozarts Don Giovanni interpretierte
sie viermal höchst unterschiedlich am Landestheater Linz, an den
Städtischen Bühnen Osnabrück, beim Festival Reinsberg und
zuletzt an der Oper Dortmund. Hans Werner Henzes Der
junge Lord war ihr erste zeitgenössische Oper am Landestheater
Linz, wo auch Rossinis La Cenerentola, Strauss’ Der Rosenkavalier und Prokofjews Die
Liebe zu den drei Orangen entstanden. Die Liebe zu den
drei Orangen hatte im Mai 2006 auch am Staatstheater Nürnberg
Premiere, wo bereits ihre Inszenierung von Offenbachs Hoffmanns
Erzählungen zu sehen war und im März 2007 Faust.
Ihr Weg führte sie auch an die Städtischen Bühnen Osnabrück
(Rossinis La Cenerentola) und an das Theater
Bielefeld (Verdis Un ballo in maschera). An
der Oper Dortmund erarbeitete sie einen zweiten, neuen Rosenkavalier.
Im September 2005 hatte ihr Don Carlo am Staatstheater
Saarbrücken Premiere. Beverly Blankenship inszenierte Cabaret für das Landestheater Salzburg, und Carmen für
die Oper Dortmund und Die Lustige Witwe für die
Vereinigten Bühnen Graz. In der Saison 2008 erarbeitete sie Das
Land des Lächelns für die Volksoper in Wien, im Dezember
hatte Rimsky-Korsakovs Das Märchen vom Zaren Saltan die erste Aufführung am Staatstheater am Gärtnerplatz
in München. April 2010 hat Falstaff an der Oper
Dortmund Premiere. Am Theater Hagen folgte Der Freischütz. Der Freischütz hatte in einer zweiten Produktion im September 2010 am Staatstheater am Gärtnerplatz Premiere. Die zwei Produktionen des Freischütz waren von Blankenship zusammenhängend konzipiert, aber von zwei verschiedenen Teams umgesetzt worden. Im Januar 2011 ging die Uraufführung von Der durch das Tal geht in Hanoi über die Bühne der Hanoi Oper. Im Mai 2011 inszenierte Beverly Blankenship Puccinis Le Vili/SuorAngelica in Krefeld an der Oper.
Im Film führte Beverly Blankenship Regie zur ORF-Produktion
von Der Hund muss weg (Buch von Elfriede Hammerl,
Ausstrahlung im November 2000). Zudem verfasst sie eigene Drehbücher.
Schon das erste, Shame (mit Michael Brindley),
war ein großer Erfolg. Der Film, in Australien mittlerweile ein
Klassiker, wird in Schulen gezeigt und findet sich in den Lehrplänen
der Universitäten. Der Film erhielt zahlreiche Preise (darunter den
für das beste Drehbuch beim »Film Critics Circle Award«,
1988) und wurde zu zahlreichen Filmfestivals u.a. nach New York, Chicago
und Santa Barbara eingeladen. Dort wurde Shame in unterschiedlichen Kategorien
prämiert (beste Schauspielerin, populärster Film etc.) und in
der Folge in den USA von »Skouras Pictures« in allen Bundesstaaten
gezeigt. Von »Gray Production« wurde das Drehbuch gekauft
und mit Amanda Donehue in der Hauptrolle als Stadt unter Anklage nachgefilmt. Ein zweiter Film mit der gleichen Figur folgte: Dem
Tod geweiht. Ihr zweites Drehbuch trägt den Titel Charles
Darwin and the Question of Frontal Sex (mit Harald Posch).
Seit vielen Jahren lehrt Beverly Blankenship an diversen Universitäten und Hochschulen für Darstellende Kunst. Sie unterrichtete Rhetorikkurse für die Katholische Universität Linz und die Theologische Fakultät der Universität Innsbruck; Schauspielkurse für Phillip Street Theatre Sydney, Arts Council of New South Wales, Prinzregenten Akademie in München und European ACT, sowie das Workshop Festival in Tel Aviv. Sie gab Meisterklassen für Universität Zürich, die Anton Bruckner Universität Linz, und die Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Im Sommer 2011 inszenierte sie in Weikersheim Mozarts Cosi fan Tutte mit Studenten für die Jeunesses Musicales Deutschland.
Beverly Blankenship hat die österreichische und amerikanische
Staatsbürgerschaft.
www.beverlyblankenship.com

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